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Crosslauf-Saison 2018/19

14.03.2019 Laufbericht von Ingrid Hayenga
Crosslauf-Saison 2018/19

„Der Crosslauf (Querfeldeinlauf) oder „cross country run“ kommt ursprünglich aus England und wurde erstmals als Wettkampfsport 1837 als Public School Sport ausgetragen. 1867 fanden in Wimbledon erstmals englische Meisterschaften statt. Heute ist er als Teildisziplin des Modernen Fünfkampfes fester Bestandteil der Olympischen Sommerspiele.“ (Wikipedia).

Mittlerweile wird der Crosslauf von vielen Bahnläufern ins Wintertraining eingebaut.
In der Schweiz gibt es eine Vielzahl von Crossläufen, die Topografie des Rundkurses (meistens 1000m) kann aber stark variieren. Gelaufen wird immer im Gelände, meistens auf einer Wiese mit natürlichen Hindernissen wie kleinen Hügeln, Bodenwellen, kurzen Kiesabschnitten; wenn die Strecke zu flach ist, werden Hindernisse eingebaut wie Holz- oder Schneebrücken, Baumstämme und Heuballen. Strassenstücke werden in der Regel mit Matten überdeckt. Um guten Halt zu haben, wird mit Nagelschuhen gelaufen, wobei die Länge der Spikes in der Regel zwischen 6mm (bei gefrorenem Boden) und 12mm variiert, es gibt auch Läufer, die ganz lange Spikes von 15mm bevorzugen.
Auch dieses Jahr bestritten Lydia, Jann und Ingrid von Januar bis März wieder einige Crossläufe, wobei wetter- und vor allem bodenmässig alles dabei war. Von der Streckenlänge her lief Lydia in der Kategorie U20 vom Swiss Cross Cup 4000m (mit einer Ausnahme in Netstal, dort waren es 6km), Jann bei den Kurzcrossläufern 3000m und Ingrid zwischen 3000 und 6000m.
Gestartet haben Lydia und Ingrid in Netstal Anfang Januar. Mit viel Schnee empfing uns das Glarnerland, zu laufen waren 6000m. Da Lydia und ich zur selben Zeit (aber in verschiedenen Kategorien) starteten, war mein Ziel, mich nicht von ihr überrunden zu lassen, was mir auch gelang, wenn auch knapp. Ich hatte gerade mal ca. 150m Vorsprung.
Zwei Wochen später ging es dann Richtung Westschweiz, nach Lausanne. Hier war der Schnee schon fast weggetaut, aber ein eisiger Wind blies vom Genfersee auf die Strecke, die sehr schön gelegen direkt in einem Park am See ausgesteckt war. Also die kurzen Nägel eingedreht und für Lydia ging es 4x auf die 1km Strecke.
Nach der Westschweiz ging es 2 Wochen später ins Tessin, nach Vezia. Auf der Fahrt dahin überquerten wir den Splügenpass, hohe Schneemauern säumten die Strasse. In Vezia erwartete uns Sonne, allerdings auch bodenmässig alles, was ein Crosslauf bieten kann. Auf dem 1.5km langen Rundkurs wechselten Schnee und Schneematsch mit festem Wiesenboden, schlammigem, mit grossen Pfützen durchzogenen Untergrund und Kiesboden ab. Auch diesmal starteten Lydia und ich zur selben Zeit über 3 Runden (4.5km). In Vezia gab es dann auch erfreulicherweise eine relativ grosse Kategorie W50 und älter. Erfreulich war dann auch der Preis für unsere 2. Plätze, wir bekamen jede einen Laib von ca. 2kg sehr schmackhaftem, regionalen Alpkäse.
Für Lydia ging es wiederum 2 Wochen später in die Innerschweiz nach Luzern. Kaltes, sonniges Winterwetter empfing die Läufer. Da die Strecke gänzlich flach ohne natürliche Hindernisse war, wurden Heuballen als solche in den Kurs gelegt.
Nach Luzern hiess es für Lydia: Pause einlegen. Jann und ich liefen dafür am Crosslauf in Eschen Anfang Februar (3km resp. 5km). Das Wetter war erwartungsgemäss eher schlecht, der Boden daher schwer und streckenweise lief man durch einen See. Dies konnte uns den Spass am Laufen aber nicht verderben, zumal auch die Organisation wieder sehr gut war – gute Verpflegungsmöglichkeit, warmes Wasser zum Duschen. Für Jann (1. Platz Kurzcross) blieb dies erstmal der erste und letzte Crosslauf in diesem Winter. Sein operiertes Knie liess noch keine grössere Anzahl an Wettkämpfen zu.
Einer der schönsten Crossläufe, zumindest von der Kulisse her, war für mich der Lauf eine Woche später in Einsiedeln. Vor dem bekannten Kloster Einsiedeln auf der Loipe hatten die Organisatoren einen wunderschönen 1km Rundkurs auf Schnee präpariert. Das Wetter zeigte sich von seiner schönsten Seite, mit strahlendblauem Himmel. Von der Strecke her hatte Lydia wieder 4km und ich 3km zu laufen. Auch wenn dies einer der beiden kürzesten Läufe war, merkte ich doch schon nach wenigen hundert Metern die bisherigen Läufe. Mit müden Beinen absolvierte ich die 3 km, froh, dann endlich im Ziel zu sein.
Den Abschluss des Cross Cups und damit auch der Cross-Saison bildete für Lydia die Schweizer Meisterschaft in Montreux Anfang März. Da es zeitmässig aufging, meldete ich mich kurzentschlossen auch für die Kurzstrecke Frauen an, wohl wissend, dass das Tempo sehr hoch sein würde. Der Start der Masterkategorien fand eben leider schon am Morgen um 9.00Uhr statt.
Das Wetter war dann so richtig crossmässig. Schon auf der Hinfahrt regnete es nur einmal, nämlich von Buchs bis Montreux, dazu blies dann auch noch ein heftiger, böiger Wind. Die Strecke war herausfordernd, stark coupiert mit einem sehr steilen Abwärtsstück, das sich bei unserem Start am Nachmittag in eine Schlammpiste verwandelt hatte. Trotzdem waren sehr viele Zuschauer an der Strecke, die jeden Läufer anfeuerten. Nach 4km bzw. 3km hatten wir es dann beide geschafft. Durchnässt und müde, aber glücklich beendeten wir unsere Cross-Saison 2018/19 und machten uns auf die Heimfahrt ins Rheintal.

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