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36. Hamburg-Marathon, 4. Halbmarathon, 24. April 2022

28.04.2022 Laufbericht von Hilde Fässler
36. Hamburg-Marathon, 4. Halbmarathon, 24. April 2022

Hamburg ist eine tolle Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten. Wer sich hier an den Halbmarathon oder gar an den Marathon wagt, kommt bei fast allen vorbei: Reeperbahn, Michel, Elbphilharmonie, Binnen- und Aussenalster, Landungsbrücken, Jungfernstieg usw. Hamburg ist aber auch als windig bekannt. Auch davon erhält man beim Laufen einen Eindruck.

Die Organisation des Laufs war perfekt, mit strengen Corona-Massnahmen (FFP2-Maskenpflicht, Zertifikatsnachweis). Sehr gut gefallen hat mir, dass der Marathonstart eine Stunde später als der Halbmarathonstart war. So konnte ich den Zieleinlauf der Schnellsten im Marathon mitverfolgen, denn ich war da schon fast eine Stunde lang im Ziel. Zudem lief man als Halbmarathoni auf der Marathonstrecke, man nahm aber einfach an zwei Stellen eine Abkürzung. Nur die jeweils letzten 300m zum Ziel waren unterschiedlich, was dazu führte, dass sich die Schnellsten im Marathon und die Langsamsten über 21.1km nicht in die Quere kamen. Eine nachahmenswerte Lösung.
Dieses Jahr war es um 8.30 Uhr beim Halbmarathonstart recht kühl, so um 5°. Im Verlauf des Rennens ging die Temperatur auf rund 10° hoch – ideal zum Laufen. Aber es war windig.
Die Bestzeiten beim Halbmarathon waren nicht überwältigend. Das könnte auch daran gelegen haben, dass die Strecke deutlich, gemäss meiner Uhr mehr als 300m, zu lang war. Beim Marathon hingegen waren die Zeiten phänomenal. Die Streckenrekorde wurden bei den Männern und bei den Frauen gebrochen. Die erst 22-jährige Äthiopierin Yalemzerf Yehualaw lief ihren ersten Marathon und erreichte die sechstbeste je gelaufene Frauenzeit. Sie war damit auch die schnellste Marathon-Debütantin und löste die bisherige Inhaberin dieser Bestmarke Paula Redcliffe ab, die 2002 in London 2:18:56 gelaufen war.
Die Verpflegung hielt nicht mit der Qualität der Strecke mit und war sowohl unterwegs als auch im Ziel bescheiden. Da sich der erste Verpflegungsposten erst bei km6 befand, hatte ich meine Trinkflasche dabei. Das hat sich bewährt. Mir hat die Strecke sehr gut gefallen, auch die paar hundert Meter durch einen Tunnel. Sie ist abwechslungsreich und nur leicht coupiert, mit insgesamt etwa 60 Höhenmetern. Das Publikum war gut gelaunt und applaudierfreudig. Ich kann diesen Städte-Halbmarathon nur empfehlen.

Die Schnellsten:
Marathon (gemeldet 10'425 Teilnehmende)
Frauen: Yalemzerf Yehualaw, 1999, ETH, in 2:17:23, Streckenrekord (vorher 2:21:54)
Männer: Cybrian Kotut, 1992, KEN, in 2:04:47, Streckenrekord (vorher 2:05:30)

Halbmarathon (gemeldet 4300 Teilnehmende)
Männer: Julien Jeandrée, 1994, D, in 1:08:29
Frauen: Sophie Wallmer 1992, D, in 1:17:15

Mein Resultat:
Hildegard Fässler Rang 2 Kat. F70 in 2:14:12

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