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Davos, X-Trail, 30. Juli 2022

17.08.2022 Laufbericht von Seraina Müller
Davos, X-Trail, 30. Juli 2022

Am letzten Juliwochenende fand die Premiere des Davos X-Trails statt. Es handelt sich dabei um den Nachfolger des Swiss Alpine, welcher künftig in Chur stattfinden wird. Der Grund der Namensänderung liegt darin, dass der Gründer Gian-Andrea Tuffli die Namensrechte für «Swiss Alpine» nicht abgeben wollte.

Neben dem Namen änderte sich das Organisationskomitee (OK). Dieses besteht neu nur noch aus Einheimischen, wobei mit Jasmin Nunige auch ein bekanntes Gesicht darin vertreten ist. Das neue OK legt den Fokus auf Regionalität und möchte wieder ein Laufevent auf die Beine stellen, hinter welchem die Davoser Bevölkerung auch steht. Unverändert zu den vergangenen Jahren bleibt die Streckenführung der Läufe K68 (Diamond), K43 (Gold), K23 (Silver) und K10 (Bronze).

Bereits am Freitagnachmittag begann die Startnummernausgabe in Klosters (K23) und Davos (K68, K43, K10). Bei dieser erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht nur ihre Startnummer, sondern auch einen Sack mit einigen Probierpackungen und einen Faltbecher inklusive Karabiner. Dieser ersetzte die Einwegbecher an den Verpflegungsstellen, auf welche komplett verzichtet wurde. Die Startnummernausgabe war gut organisiert und allgemein persönlicher als in den Vorjahren.

Der erste Startschuss fiel kurz darauf im Rahmen der Kidsläufe. In je fünf Kategorien nahmen insgesamt 178 Kinder ihren Lauf unter die Füsse. Im Anschluss daran fand im eigens dafür errichteten Festzelt die Pastaparty statt, welche für die Läuferinnen und Läufer kostenlos war. Neben der Wahl zwischen einer feinen Sauce Bolognese oder Napoli, konnte auch gratis ein Nachschlag geholt werden.

Am Samstagmorgen schimmerte es noch etwas blau durch die Wolken. Leider bestätigte sich die Wettervorhersage und das Wetter änderte sich bald. Bereits morgens um 7.00 Uhr standen unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern vier Lauftrefflerinnen und Lauftreffler am Start. Für Andrea Schönenberger und Seraina Müller ging es los auf die 42.7km und rund +/-1420 Höhenmeter des K43. An die Königsdistanz K68 mit 67.6km und +/-2644 Höhenmeter wagten sich Roland Müller und Berno Nigsch. Die Teilnehmenden waren hierbei mit gewissen Pflichtmaterialien ausgerüstet wie Regenjacke, Natel mit Notfallnummer, Notfallset, Rettungspfeife und Flüssigkeit. Die Strecke führte erst von der Eishalle durch das Dischmatal bis zum Dürrboden. Hier setzte nach ca. 40 Minuten bereits das erste Mal etwas Regen ein. Vom Dürrboden folgte der erste lange, steile Aufstieg auf den Scalettapass. Die Temperaturen wurden zunehmend kühler und es regnete teilweise kräftig, sodass kaum Teilnehmende ohne Regenjacke anzutreffen waren. Nach dem Scalettapass folgte dann ein schöner, aber technisch anspruchsvoller Panoramatrail, welcher im Aufstieg auf den Sertigpass mündete. Hier kam zu den bereits widrigen Bedingungen auch noch ein kalter Gegenwind hinzu. Auf dem Sertigpass, auf welchem gemäss Vorhersage nur etwa 2.5°C herrschten, war der höchste Punkt beider Strecken erreicht. Erst auf einem Singletrail, dann auf einer Schotterstrasse ging es stetig bergab bis zum Sertig-Wasserfall. Dort verzweigten sich die beiden Strecken. Die Läuferinnen und Läufer des K43 durften sich hier bereits auf direktem Weg nach Davos machen. Ihre Strecke führte sie zu Beginn leicht ansteigend, danach mit mehreren Gegenanstiegen via Clavadel zurück ins Eisstadion nach Davos. Die Teilnehmenden des K68 zweigten hingegen wieder nach links in den nächsten Aufstieg auf die Fanezfurga ab. Von dort verlief ihre Strecke via Monstein und Jatzmeder zurück ins Sertigtal, wo auch sie sich auf die letzten ca. 11km machen durften. Gegen Mittag besserte sich das Wetter kurzzeitig etwas. Die Läuferinnen und Läufer waren durch die vergleichbar geringen Teilnehmerzahlen teilweise alleine unterwegs. Auch beim Zieleinlauf wurden praktisch alle Finisherinnen und jeder Finisher ausgerufen. Die Teilnehmenden des K68 wurden sogar meist auf der ganzen Stadionrunde von der Speakerin begleitet. Aufgrund viel weniger Zuschauerinnen und Zuschauern herrschte aber nicht eine solche Stimmung, wie sie noch zu den Rekordjahren des Swissalpine war.

Etwas später am Samstagmorgen starteten die anderen beiden Hauptläufe. Unter den Teilnehmenden beim K10 mit Start um 8.30 Uhr in Davos war niemand vom Lauf-Treff Buchs vertreten. Anders war dies beim K23 mit Start um 9.40 Uhr in Klosters. Ursina nahm von dort aus die 23.6km mit +631/-279 Höhenmeter unter die Füsse. Ihre Strecke führte sie nach einer Runde um Klosters via Laret und Wolfgang zur Eishalle in Davos. Bei K23 war keine Pflichtausrüstung vorgeschrieben, Verpflegungsposten waren subjektiv aber eher spärlich vorhanden.

Im Ziel erhielten alle ein funktionelles T-Shirt, wie auch eine Medaille aus Holz. Des Weiteren konnte man sich bei Bedarf nochmals mit allen Angeboten des neuen Verpflegungskonzepts stärken. Hierbei setzt das OK auf regionale Produkte, so gab es neben Trockenfleisch und Bergkäse auch eigens kreierte, vegane Riegel.

Zusammengefasst handelte es sich um eine geglückte Premiere des Davos X-Trails. Die Veranstaltung war im Vergleich zum Vorevent persönlicher organisiert und setzt auf Nachhaltigkeit und Regionalität. Der Davos X-Trails ist definitiv wieder zu empfehlen und es wäre schön, wenn nächstes Jahr wieder mehr Lauftrefflerinnen und Lauftreffler am Start anzutreffen wären.

Ergebnisse K68
Sieger: Stephan Wenk 5:49:22
Siegerin: Heidi Annemarie Schwartz 7:48:56
Roland Müller: 9:37:15 (10. Herren M50, 46. Overall Herren)
Berno Nigsch: 12:15:56 (40. Herren M50, 125. Overall Herren)

Ergebnisse K43
Sieger: Jansa Sergi 3:41:42
Siegerin: Alexandra Wallimann 3:51:57
Seraina Müller: 5:44:47 (4. Damen W20, 20. Overall Damen)
Andrea Schönenberger: 6:47:42 (16. Damen W20, 56. Damen Overall)

Ergebnisse K23
Sieger: Benedikt Hoffmann 1:32:57
Siegerin: Simone Hegner 1:54:04
Ursina Müller: 3:00:32 (28. Damen W20, 131 Damen Overall)

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